Altersvorsorge in der Praxis

Vortragsveranstaltung

Amelsbüren, Juli 2013

Auf dem Foto: Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Heinrich Loer (Mitte) sowie der Vorstand der Volksbank Amelsbüren eG, Jürgen Webner (links) und Martin Lauhoff

Gut besuchte Vortragsveranstaltung der Volksbank Amelsbüren mit Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Heinrich Löer über Testament & Erben und Vererben“ sowie „Vorsorgevollmacht & Patientenverfügung“ / Zweite Veranstaltung zum Thema am 10. September.

Münster-Amelsbüren. Bei Geld hört die Freundschaft auf, sagt der Volksmund. Und Geld macht auch vor der Verwandtschaft nicht Halt: Die juristische Ursache für einen Streit ums Erbe ist oft ein unklares, laienhaftes Testament. Doch es gibt Lösungen. Das kam am Dienstagabend (9. Juli) auf der gut besuchten Vortragsveranstaltung der Volksbank Amelsbüren über „Altersvorsorge in der Praxis“ zum Ausdruck.

Wolfgang Heinrich Löer, Rechtsanwalt und Notar, gab den Zuhörern nach der Begrüßung durch den Vorstand Martin Lauhoff wertvolle Tipps und informierte anschaulich darüber, welche Wege jedem Einzelnen in den beiden Bereichen „Testament & Erben und Vererben“ sowie über „Vorsorgevollmacht & Patientenverfügung“ offenstehen.

Zunächst sollte die gesetzliche Erbfolge festgestellt werden, machte Löer den Zuhörern im Alten Gasthaus Freitag klar. Vieles sei vom Gesetzgeber geregelt. Aber nicht alles dürfte zur Zufriedenheit der Beteiligten festgelegt sein. Deshalb sollte man den Nachlass nach den eigenen Vorstellungen und nicht nach den Vorstellungen anderer regeln. Auch die Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie Freibeträge sind zu beachten. Ebenfalls wichtig: Bankseitige Dinge, wie zum Beispiel eine Kontovollmacht, sollte man mit dem Geldinstitut rechtzeitig regeln.

Jeder könne sein Recht auf Selbstbestimmung durch eine so genannte Patientenverfügung regeln, berichtete Löer. Prinzipiell, so der Experte weiter, enthalte die Patientenverfügung eine Erklärung, wann, wie und unter welchen Bedingungen medizinische Maßnahmen erwünscht oder zu unterlassen sind. Der Spielraum der Gestaltungsmöglichkeiten sei groß, so der Referent.

Will ein Patient auch über den Zeitpunkt des Verlustes seiner Ge-schäftsfähigkeit hinaus auf medizinische Entscheidungen für seine Person Einfluss sicherstellen, ist die Vorsorgevollmacht ein guter Weg. In dieser ebenfalls schriftlichen Vertretungsregelung in Gesundheitsangelegenheiten lasse sich im Voraus festlegen, wer im Fall der Fälle die Wünsche aus der Patientenverfügung durchsetzen solle, informierte Löer. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung könnten in einer Erklärung zusammengefasst werden. Wichtig: Eine Vorsorgevollmacht schafft Rechtssicherheit.

Aufgrund der großen Nachfrage ist eine zweite Veranstaltung zu die-sem Thema am 10. September 2013 geplant. Die Anmeldungen erfolgen bei der Volksbank Amelsbüren.